Arznei-Spuren im Trinkwasser

Düsseldorf. Nach Messergebnissen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) ist das Trinkwasser vor allem mit Cholesterin-Senkern, Schmerzmitteln und Röntgenkontrastmitteln angereichert. „Wir nehmen das Problem der Arzneimittelrückstände im Trinkwasser sehr ernst und sind in Deutschland Vorreiter bei der Erforschung, der Aufklärung und bei der Beseitigung von Pharmarückständen“, sagte Uhlenberg unserer Zeitung. Das Umweltministerium werde noch in diesem Monat Kontakt mit der Trinkwasser-Kommission des Bundes aufnehmen. „Ziel ist es, zu bestimmten als häufig vorkommend identifizierten Stoffen Grenzwerte festzulegen“, erklärte Uhlenberg. Überwiegend seien diese bislang nicht vorhanden. Der menschliche Körper scheidet bei bestimmten Medikamenten bis zu 95 Prozent der Wirkstoffe wieder aus. Viele können durch die biologische Aufbereitung nicht abgebaut werden und geraten ins Trinkwasser. „Wir benötigten die beste Technik in unseren Wasserwerken, um gesundheitliche Risiken ausschließen zu können“, sagte Johannes Remmel, parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen im Düsseldorfer Landtag. Man habe es mit einem weltweiten Problem zu tun, betonte man im NRWUmweltministerium. Auch wenn keine abschließenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Gefährdungspotenzial vorlägen, sei „der Eintrag von Arznei in Gewässer unerwünscht“. Im oberbergischen Waldbröl gibt es bereits ein Pilotprojekt an einem Krankenhaus, um Verfahren zur Vernichtung von Pharmarückständen zu testen. Das LANUV hat in NRW bislang mehr als 1.000 Untersuchungen zur Arzneimittelbelastung des Trinkwassers durchgeführt. In Essen und Dortmund waren erhöhte Werte des Röntgenkontrastmittels Iopamidol aufgefallen. In Essen wurden 718, in Dortmund 240 Nanogramm pro Liter gefunden. Der Grenzwert, bei dem ein lebenslanger Konsum keine Folgen hat, liegt bei 100 Nanogramm. „Wir müssen alles tun, um den Eintrag von Arzneimittelrückständen ins Trinkwasser zu minimieren“, sagte LANUV-Präsident Heinrich Bottermann gestern.
– /GERHARD VOOGT
Bauassessor Dipl.-Ing. Wilfried Christoph Soddemann 13.11.2007
Ltd. Regierungsbaudirektor i.R. 2
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Düsseldorf
Ausgabe: Nr.263
Datum: Dienstag, den 13. November 2007
Seite: Nr.1
Rheinische Post

Wohin mit Arznei?

Alte oder nicht mehr benötigte Arzneimittel gehören in den Hausmüll. Die „graue Tonne“ ist der umweltverträglichste Weg, nicht benötigte Medikamente zu entsorgen. Seit der Hausmüll fast ausschließlich in Müllverbrennungsanlagen vernichtet wird, werden die Wirkstoffe so zerstört, dass sie nicht mehr in die Umwelt gelangen können. Auch viele Apotheken nehmen alte Medikamente zurück.
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Düsseldorf
Ausgabe: Nr.263
Datum: Dienstag, den 13. November 2007
Seite: Nr.1
Stimme des Westens

Wasser ist das kostbarste Gut

VON GERHARD VOOGT

Wer heute in NRW ein Glas Wasser aus der Leitung trinkt, nimmt vielerorts eine bunte Mischung aus Arzneimittel-Rückständen zu sich. Mögen die Mengen, die durch die bisherigen Messmethoden festgestellt werden, bislang gering sein: Viele Menschen haben kein gutes Gefühl dabei, einen Cocktail mit Resten von Psychopharmaka, Blutfett-Senkern und Antibiotika zu sich nehmen. Technisch ist es längst möglich, die unliebsamen Substanzen aus dem Wasser zu fischen. Allerdings fehlt es vielen Stadtwerken an Bereitschaft, in neue Filter zu investieren. Dies würde die Gewinne schmälern, die benötigt werden, um die Defizite, die im Nahverkehr verursacht werden, auszugleichen.
Bauassessor Dipl.-Ing. Wilfried Christoph Soddemann 13.11.2007
Ltd. Regierungsbaudirektor i.R. 3

Der Vorstoß von NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU), Grenzwerte für Arzneimittelrückstände festzuschreiben, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Er zwingt die Wasserwerke dazu, Geld für moderne Filteranlagen auszugeben. Die Erfahrungen des PFT-Skandals zeigen, dass Selbstverpflichtungen nicht ausreichen. Nachdem das Umweltgift in Möhne und Ruhr entdeckt worden war, hatten sich die betroffenen Wasserwerke vor Konsequenzen gedrückt. Auch die Pharmaindustrie muss über die Abwasserabgaben in die Pflicht genommen werden, damit sie umweltverträglichere Medikamente produziert. Reines Wasser ist unser kostbarstes Gut.
– /GERHARD VOOGT
Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Düsseldorf
Ausgabe: Nr.263
Datum: Dienstag, den 13. November 2007
Seite: Nr.2
Kommentar Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann 13.11.2007

Beim Trinkwasser gilt der Besorgnisgrundsatz. Das bedeutet, dass umfassende Vorsorge rechtlich geboten ist. Darüber hinaus gilt das Minimierungsgebot der Trinkwasserverordnung. Da nach einer britischen Studie die „duldbare tägliche Aufnahme“ von PFT schon durch gebräuchliche Lebensmittel mehr als ausgeschöpft ist (Quelle: Homepage BfR), bleibt für das Trinkwasser kein Spielraum mehr. Die Forderung der Trinkwasserkommission muss also hiernach und nach dem Minimierungsgebot „0-Wert für PFT“ heißen. Die duldbaren Werte für PFT beziehen sich auf genormte Menschen von 70 kg und 2 L/Tag Trinkwasserkonsum, nicht auf Säuglinge mit 5 kg und 1,5 L/Tag

Trinkwasserkonsum:

Trinkwasserkommission: „Jeder dieser beiden stoffspezifischen vorläufigen TDI-Werte führt (bei 10% Allokation auf Trinkwasser und einem Trinkwasserkonsum von 2 Litern pro Tag und 70 kg-Person) zu einem lebenslang gesundheitlich duldbaren Leitwert (LW) in Höhe von gerundet LW = 0,3 µg/l.“ Dieser Wert schöpft die duldbare tägliche PFT-Aufnahme beim 70 kg-Menschen zu 10% aus, beim 5 kg-Säugling jedoch zu 100%.
Für das Trinkwasser umfassend zuständiger Gesundheits- und Verbraucherschutzminister Eckard Uhlenberg (CDU) am 13. Juli 2005 im Landtag
NRW:
Bauassessor Dipl.-Ing. Wilfried Christoph Soddemann 13.11.2007
Ltd. Regierungsbaudirektor i.R. 4

„Die Trinkwasserqualität des Wasserwerkes Löhnen wird dadurch gesichert, dass zur Eliminierung des Einflusses des zunehmenden Anteils von Rheinuferfiltrat am Rohwasser eine weitergehende Aufbereitung mittels Nanofiltration beziehungsweise vergleichbare Technik gebaut und betrieben wird.“ Was für das Wasserwerk Löhnen und die Spurenschadstoffe aus Rheinuferfiltrat gilt, gilt erst recht für die Wasserwerke an der Ruhr! Flächendeckend ist die Nanofiltration zu bauen und zu betreiben, wenn Spurenschadstoffe und Viren das Trinkwasser belasten. Und das ist so ziemlich überall der Fall, sicherlich in unterschiedlichem Ausmaß.
Minister Uhlenberg sagt mal dies oder das. Sein aktueller Vorstoß „Aktivkohlefilter für die Wasserwerke an der Ruhr“ ist nicht einmal halbherzig: Aktivkohlefilter halten Viren nicht zurück. Aktivkohle ist nicht Aktivkohle. Die „Sorte“ muss selektiv in Abhängigkeit von den zu adsorbierenden Schadstoffen ausgewählt werden. Dann können aber auch nur diese Schadstoffe adsorbiert werde, weitere nicht oder nur unzureichend. Ist die Aktivkohle „voll“, „rauschen“ die Schadstoffe in das Trinkwasser durch, die Aktivkohle muss kostenintensiv ausgetauscht und als Sondermüll entsorgt werden. Ausscheider von Spurenschadstoffen und Krankheitserregern (Bakterien, Parasiten, Viren) sind Menschen, wildlebende Tiere und Nutztiere. Dem letzten Abwassertropfen nachzulaufen reicht nicht: gänzlich unbehandelte Abwasserabschläge der Mischwasserkanalisation, 6 Mio. Schweine in NRW = 18 Mio. Schweinwohnergleichwerte, Kühe und Rinder, Nutzgeflügel, Schwarzwild, Rotwild, Wildund Wasservögel bleiben bei Naturschutz-Narzissten, die allein auf den zweifellos unverzichtbaren Gewässerschutz setzen, auf der Strecke. Die Gülle, Jauche und der Trockenkot inkl. der Einstreu von Schweinen, Kühen und Rindern und des Nutzgeflügels (Hühner, Puten, Enten, Gänse) sowie die unvermeidbaren Abwasserabschläge bleiben bei diesen Naturschutz-Narzissten unberücksichtigt, auch, als weiteres Beispiel, die Tierpharmazeutika, u.a. auch aus Fischteichen … Zoonosen sind Krankheiten, die von Tier auf Mensch und umgekehrt übertragen werden. Deshalb kommen wir an einer Trinkwasseraufbereitung nicht vorbei, die Spurenschadstoffe und Viren filtern kann. Das ist die Nanofiltration mit anschließender Aufhärtung des Trinkwassers z.B. über dichtes Kalziumcarbonat. Zusätzliche Kosten von 10 € je Person und Jahr, 3,33 € für eine vierköpfige Familie im Monat, können bei dem gegebenen Sachverhalt kein ernst zu nehmendes Gegenargument sein. Die Kooperationsträume von Herrn NRW-Minister Uhlenberg (CDU) sind hinsichtlich der Kooperationen mit den Wasserwerken ausgeträumt! Herr Uhlenberg ist m. E. als Gesundheits- und Verbraucherschutzminister NRW untragbar geworden. Beim Trinkwasser sind in NRW die Kompetenzen für Gesundheits- und Verbraucherschutz im MUNLV NRW gebündelt. Herr Minister Uhlenberg (CDU) trägt hiernach die umfassende politische Verantwortung für wirklich reines Trinkwasser. Er setzt sich dafür allerdings nicht in nur annähernd erforderlichem Maße ein. Minister Uhlenberg (CDU) trägt nicht allein für die 5 Mio. Menschen im Ruhrgebiet Verantwortung, in NRW leben 18 Mio. Menschen.
Bauassessor Dipl.-Ing. Wilfried Christoph Soddemann 13.11.2007
Ltd. Regierungsbaudirektor i.R. 5
Hut ab, Herr Minister Uhlenberg (CDU)! Reichen sie ihn an Ihre Nachfolgerin/Ihren
Nachfolger weiter!
Wilfried Soddemann
Bauassessor Dipl.-Ing.
BBU e.V. Mitglied
Bundesverband Buergerinitiativen Umweltschutz
dugi e.V. Mitglied
Deutsche Umwelt-Gesundheits-Initiative
IGUMED e.V. Mitglied
Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin
eMail: soddemann-aachen@t-online.de

http://www.dugi-ev.de/information.html

Ob jemals und gegebenen falls wann die politisch Veranwortung tragenden für wirklich reines Wasser sorgen werden, muss aus Erfahrung zumindest stark bezweifelt werden und steht in den Sternen. Deshalb muss zur Zeit jedenfalls jeder Privathaushalt für sich selbst entscheiden, ob er bereit ist weiter gesundheitsgefährdendes Leitungswasser zu nutzen.

Das aus gepresster Aktivkohle bestehende und auf UV-Licht basierende „eSpring“-Wasserfiltersystem erfüllt meiner Meinung nach bei absolut aktzeptablem Preis -Leistungsverhältnis und auf einfach Art die erforderlichen Massnahmen, die der private Haushalt gezwungenermaßen selbst tragen muss. (Dr.Paulski 04.11.2007)

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