Probleme mit der Privaten Krankenversicherung

Folgendes Drama spielt sich aktuell bei mir persönlich ab. Das ist mal wieder ein typisches Beispiel dafür, wie toll die neuen Reformen und Gesetztes-Änderungen dem Staat und den Konzernen auf Kosten der Bürger hilft. Ab 01.01.2009 ist jeder zum Abschluss einer Krankenversicherung verpflichtet. Diese bestand bei mir genau ab diesem Datum bei der R+V Krankenversicherung AG. Zum Jahresende 2009 entschloss ich mich aufgrund einer enormen Beitragserhöhung zu einem Wechsel in die Universa Krankenversicherung AG. Damit begann eine bis heute nicht enden wollende Odyssee.

Am 28.12.2009 habe ich bei der R+V Krankenversicherung AG meine Krankenversicherung schriftlich per Einschreiben mit Rückschein aufgrund einer Beitragsanpassung fristgemäß zum 01.01.2010 gekündigt.

Dies wurde mir zwar am 05.01.10 bestätigt, gleichzeitig wurde in dem Schreiben tatsächlich gefordert, den Nachweis einer Folge-Versicherung spätestens zum 31.12.09 an die R+V Krankenversicherung AG. Dieses Datum war beim Erstellen des Schreibens bereits 5 Tage verstrichen! Am 10.01.10 teilte ich der R+V schriftlich mit, dass ich seit dem 01.01.2010 bei der Universa versichert bin. Des Weiteren teilte ich in diesem Schreiben an die R+V vorsorglich meine VN bei der Universa mit. Außerdem forderte ich die R+V auf den Differenz-Betrag in Höhe von 424,71 € umgehend auf mein Konto zu überweisen. Dieser wurde fälschlicherweise bei einer am 05.01.10 meinem Konto gut geschriebenen KV-Leistung in Abzug gebracht, obwohl mein letzter Beitrag am 29.12.09 ordnungsgemäß an die R+V überwiesen wurde und mein Jahreskonto somit vollständig ausgeglichen war. Trotzdem forderte ich zu diesem Zeitpunkt das benötigte Schreiben für die R+V bei der Universa an.

Am 15.01.10 teilte mir die R+V mit, dass meine Kündigung unwirksam wäre, weil (und jetzt bitte aufgepasst!) der am 05.01.10 geforderte Nachweis nicht bis spätestens zum 31.12.09 bei der R+V eingegangen ist!!! Der Vertrag wird somit unverändert weiter geführt.

Nachdem endlich nach unzähligem Nachfragen der Zweizeiler von der Universa am 21.02.10 bei mir eingegangen ist, habe ich diesen unverzüglich (am 22.02.10) an die R+V gesendet.

Am 08.03.10 teilte mir die R+V mit, dass meine Kündigung trotz des erhaltenen Versicherungsnachweises von der Universa unwirksam wäre!

Am 26.03.10 teilte mir die R+V mit, dass meine Krankenversicherung aufgrund des Beitragsrückstandes ab Monatsende ruht, aber im Falle einer Mutterschaft oder Schwangerschaft die Kosten für eine Notfallbehandlung gedeckt wären!? Es dürfte schon (auch der R+V) bekannt sein, dass ich ein Mann bin!

Am 05.04.10 teilte ich der R+V mit, dass hier von Seiten der R+V bisher in jedem eingegangenen Schreiben zahlreiche rechtliche und sinngemäße Fehler gemacht wurden. Weiterhin teilte ich der R+V in diesem Schreiben mit, dass ich bei erneuter Ablehnung einen Anwalt konsultieren würde.

Am 20.04.10 teilte mir die R+V folgendes mit:
„Der am 19.02.10 ausgestellte (und bei mir am 21.02.10 eingegangene und am 22.02.10 an die R+V gesendete) Nachversicherungsnachweis hat uns erst am 24.02.10 erreicht. Somit haben Sie nicht zeitnah auf unser Schreiben vom 05.01.10 reagiert.“
Anmerkung: Wäre es nicht toll, wenn eine Versicherung bei einer Leistungs-Beanspruchung eine Bearbeitungszeit von einem Tag schon nicht mehr als zeitnah betrachten würde?

Spätestens jetzt war mir klar, dass bei den Sachbearbeitern der R+V folgendes Bibelzitat eindeutig zutrifft:
„Glücklich sind die Armen im Geiste, denn ihnen gehört das Himmelreich …“ (Matthäus 5,3).

Also wendete ich mich am 19.05.10 an einen Anwalt, welcher uneingeschränkt meine rechtliche Einschätzung bestätigte.

Bereits auf das erste Schreiben, welches von meinem Anwalt am 20.05.10 an die R+V gesendet wurde, boten diese am 26.05.10 schriftlich an, den KV-Vertrag zum Datum des Eingangs des Nachversicherungsnachweises, also der 24.02.10 zu kündigen. Begründung für dieses überaus kulante Angebot seien „einige“ betriebsinternen Probleme von Seiten der R+V bei der Kommunikation mit mir!!! Dies stellt für mich ein klares Schuld-Eingeständnis dar!

Damit war ich unter Vorbehalt einverstanden und teilte dies meinem Anwalt mit. Nachdem dieser direkt seine Kostennote an die R+V weiter leitete, kam unverzüglich die Antwort, dass diese „natürlich“ nicht übernommen würde, da man sich ja keinerlei Schuld bewusst ist. Ich habe heute meinem Anwalt mitgeteilt, dass ich weder bereit bin seine Kostennote zu übernehmen und auch seinen Vorschlag, die Kosten vorzustrecken und anschließend einzuklagen inakzeptabel finde. Der offene Betrag an die R+V wird von mir erst dann beglichen, sobald die Übernahme der Kostennote von Seiten der R+V bestätigt wurde.

Was hier aber offenbar niemanden interessiert: Seit dem 01.02.10 bin ich definitiv nicht krankenversichert und wäre im Notfall nicht abgesichert (außer im Falle einer Mutterschaft oder Schwangerschaft). Aus diesem Grund werde ich mich auch nach Klärung der Sachlage strikt weigern, rückwirkend Beiträge an die Universa (ab dem 01.02.10) zu zahlen, für welche im Bedarfsfall niemals Zahlungen geleistet worden wären!

Ich werde euch hier über weitere Schritte auf dem laufenden halten!

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